Keywords setzen

Keywords setzen – aber richtig!

Wer von Euch an seiner eigenen Homepage „schraubt“, bloggt und von Tante Google besser gesehen werden will, hat in seinen Hausaufgaben auch den Punkt Keywords setzen als wichtige To-Do stehen.
Doch wie findest du die richtigen Suchbegriffe, die deine Zielgruppe gerade am Meisten unter den Nägeln brennt?
Weil auch ich immer wieder den Eindruck habe, dieser Teil meiner Arbeit würde als „ist ja mal eben schnell gemacht“ angesehen, möchte ich Euch einen tieferen Einblick darein geben.

1. Definiere deine Zielgruppe richtig

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass du deinen Wunschkunden und somit deine Zielgruppe ganz genau beschreiben kannst.

  • Was ist das für ein Mensch?
  • männlich oder weiblich?
  • Altersgruppe
  • Interessen
  • Beruf(e)
  • Krankheiten
  • Wünsche
  • Ängste
  • Pläne
  • Finanzielle Hintergründe


So ist für einen Tierarzt mit seiner Praxis folgendes Szenario denkbar:
Beiderlei Geschlecht mit Hund/Katze/Maus, 20-65+ Jahre alt, homöopathisch bevorzugt/Operationsmöglichkeit gewünscht, Röntgenmöglichkeit wünschenswert, 24h Erreichbarkeit, wohnhaft im Umfeld von yx Kilometern, spricht/versteht deutsch und/oder englisch.

Bei einer Elektrofirma könnte das vorzugsweise jemand sein, der gerade sein Haus baut/umbaut/renoviert, an Smart home interessiert sein könnte, generell aber an Strom sparen bzw. alternativen Energien wie Solartechnik usw.

2. Wo finde ich die Fragen meiner Interessenten?

Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum Einen kannst du Google suggest nutzen. Das ist das, was dir als Suchmöglichkeiten angezeigt wird, sobald du ein einzelnes Wort bei Google ins Suchfeld eingegeben hast. Während des Tippens zeigt dir Google bereits die am Häufigsten gewählten Ergänzungen (sogenannte Long-Tail-Keywords oder auch Rattenschwanz genannt), die infrage kommen; aber auch am Ende der Suchseite werden dir noch Möglichkeiten angezeigt.

Die nächstbeste Möglichkeit, die Häufigkeit der Suche heraus zu finden, ist Google adwords zu nutzen. Dafür benötigst du allerdings einen Google account und musst diesen erstmals zum Schalten von Anzeigen freigeschaltet haben. Diese Anzeigenschaltung kannst du sofort danach wieder löschen, bist aber weiterhin in dem Genuss, auf Google adwords zuzugreifen.
Hier kannst du sehr konkret die Anzeige deiner überlegten oder recherchierten Keywords, aber auch deiner Zielgruppen-Begriffe auf Regionen eingrenzen, wenn es denn nötig ist (siehe unser Tierarzt).
In der Auswertung kannst du ganz konkret sehen, wie viele Anfragen Google pro Monat zu deinen ausgewählten Wörtern registriert hat, aber auch wie hoch der Wettbewerb ist.
In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, zum Beispiel die regionale Einschränkung zu wählen. Denn niemand wählt nur die Google-Suche nach Tierarzt deutschlandweit – um beim Beispiel zu bleiben – wenn er in Dortmund sitzt. Es kann aber auch sein, dass er nach einer ganz bestimmten Behandlung sucht. Also mach dir genau Gedanken darüber, was dein Angebot ganz speziell ausmacht.
So kann es sinnvoll sein, den Suchbegriff Tierhomöopathie Dortmund zu wählen, aber auch homöopathischer Tierarzt Dortmund. Auch Ergänzungen wie Ruhrgebiet sind in diesem Fall sinnvoll, erst recht, wenn das eigene Angebot sich extrem von den Mitbewerbern abhebt.

3. Let’s go viral – spicken erlaubt

Eine weitere Möglichkeit ist, auf www.buzzsumo.com zurück zu greifen. Diese Seite hat den Vorteil, dass dir direkt die zu deinem ausgewählten Keyword die passenden Posts, Bilder, Videos und Geschichten angezeigt werden, die aktuell am Meisten viral gehen.
Es ist absolut okay, dich davon inspirieren zu lassen und einen eigenen Artikel, Post/Beitrag zu diesem Thema zu erstellen. Alternativ auch denjenigen, der möglicherweise in einer anderen Sprache ist, einfach ins Deutsche zu transportieren. So kannst du ihn auf diese Weise Menschen zugänglich zu machen, deren englisch nicht gut genug ist, um diese Artikel flüssig lesen und verstehen zu können.

SECockpit Keyword Research Tool

4. Noch ein Wort zum Begriff „Keyword“

Lass dich nicht vom englischen Begriff Keyword / Suchbegriff in die Irre führen. Auch die Google-eigene Auswertung des Suchverhaltens der Menschen hat ergeben, dass Suchbegriffe, die 2-4 Worte lang sind, am häufigsten gesucht werden. So werden die Ergebnisse gezielter auf die Such-Intention ausgerichtet.
Das bedeutet aber auch, dass für das Herausfinden der passenden Suchbegriffe beim Keywords setzen sowohl Ein- als auch Mehrzahl ebenso unterschiedliche Ergebnisse bringen können. Sie können darüber hinaus auch unterschiedlich hohen Wettbewerb haben; und auch falsch geschriebene Wörter können mit in diese Kategorie fallen; aber auch die englischen Varianten.
Bedenke aber bei deiner Verwendung, dass im Titel deiner Seite/Post/Artikel ebenso wie in der sogenannten Meta-Description dieser Suchbegriff (inkl. Rattenschwanz) genau so wieder auftauchen soll. Google wird zwar immer besser darin, auch die Synonyme ebenso wie leichte Veränderungen in der Zusammenstellung zu verstehen – doch je genauer dein Suchbegriff zu dem deiner Zielgruppe passt, umso größer ist deine Chance, auf Google’s heiß umkämpfter erster Seite aufzutauchen.

5. Noch lange nicht fertig: Die Mitbewerber-Analyse

Sicher hast du mit der Google adwords Recherche schon einen guten Einblick in die „Umkämpftheit“ eines Suchbegriffs bekommen können. Doch erst, wenn du weißt, wo deine Mitbewerber stehen (und wie die an das Thema heran gehen), hast du die Basis, dort anzusetzen.
So wirst du selbst mit einer guten Recherche nicht die Möglichkeit haben, gegen Google selbst, seine Ableger wie Youtube und facebook, aber auch gegen Seiten wie Chip.de oder tn3.de anzukommen.
Hier hast du am Ehesten noch mit Nischen einen Chance, oder du nutzt direkt das Potential von youtube und facebook.
Nun nimmst du aber deine favorisierten Suchbegriffe und checkst mal, was Google dazu schon ausspuckt.
Wenn du so pfiffig bist, und dir ein SEO-Tool /Plugin wie SEOquake für deinen Browser installierst, bekommst du so interessante Seiten-Infos wie das den Page-Rank der Seite (benannt nach Larry Page von Google, nicht nach dem Seiten-Rank), den Alexa-Wert, aber auch Alter der Page sowie intern gesetzte Links und Backlinks (ein wichtiger Faktor in Googles Augen).

5. Sysiphusarbeit Mitbewerberanalyse

Die ersten Werte (Page-Rank und Alexa-Wert) helfen dir schon einmal, potentiell zu schlagende Mitbewerber heraus zu filtern. Die trägst du dir am Besten in eine entsprechende Liste zur Mitbewerber-Analyse ein, inkl. dieser beiden Werte.
Doch vorweg gibst du deine eigene Seite für den SEO-Check ein, damit du genau weißt, wo du selbst stehst.
Stehst Du im Pagerank auf 2, sind alle anderen 1er und 2er für dich interessant und potentiell erreichbar. Ebenfalls ergänzt um den Alexa-Wert. Ist deiner bei 600.000, wirst du kaum (bzw. nur mit viel tiefer gehenden SEO-Techniken) eine Seite überrunden, die bei 1.000 oder auch 28.000 steht. Dann schau, inwiefern du dir solche Seiten zu Nutze machen kannst. (wie bei youtube oder facebook).
Als Nächstes schaust du dir die Seo-Analyse der einzelnen Seiten, die potentiell erreicht werden können, en detail an: Welche Keywords verwenden diese? Setzen sie Alt-Tags bei den Bildern? Wie schaut’s mit der Meta-Description aus, die Google sagt, worum es in dieser einzelnen (Unter-) Seite geht?
Im weiteren Schritt schmökerst du dich durch die Seite, um zu gucken, wie häufig die angezeigten Suchbegriffe denn tatsächlich auch verwendet worden sind.
By the way: Bis du an diesem Punkt angekommen bist, sind schon im ersten Teil der potentiell in Frage kommenden Keywords etliche Stunden in Sachen „trial and error“ dabei. Einfach weil du Suchbegriffe, die kaum bzw. unter 200 x/Monat genutzt werden, eigentlich komplett außen vor lassen kannst.
Die „Schmöker-Zeit“ ist je nach Umfang deiner Mitbewerber-Seiten auch nochmal eine Stange Zeit – die natürlich auch sehr inspirierend sein kann, je nachdem, wie diese die Thematik aufziehen.

6. Keywords setzen Handlungsplan

Im nächsten Schritt ist es sinnvoll, einen Handlungsplan für dich zu erstellen.
Welche Keywords?
Welche Seiten, die du nicht toppen kannst, kannst du zum Keywords setzen selbst ausnutzen? (youtube, facebook, verzeichnisse wie yelp, yellowpages usw.)
Wo tauchen Blog-Seiten auf, die für potentielle Backlinks interessant sein können?
Wo sollten Alt-Tags bei Bildern passend gesetzt werden?

7. Google’s Ziel: Trefferquote

Wenn du jetzt daran gehst, deine Texte (neu) zu schreiben oder zu überarbeiten, hab immer Folgendes im Hinterkopf:
Google’s Hauptziel ist, die Suchanfrage der Nutzer bestmöglich zu bedienen. Und genau so crawlt (also liest) er deine Seite:
Findet der Nutzer, wonach er sucht?
Werden ihm bei dir Lösungen für seine Suchanfrage geboten?

Ganz kurzer Einschub für alle Vollprofi-SEOmeister: Diese Anleitung soll eine Grundlage für Nicht-Profis anreißen, in die tieferen Details kann man immer noch steigen. Doch ich denke, für’s erste ist hier schon klar gemacht, was ein paar (von an die 200 Aspekten in Googles Bewrtungsstrategie) der wichtigen Gedanken sind, mit denen sich jeder beschäftigen sollte.
Worauf ich jetzt hier nicht eingehe ist Usability der Seite, Backlinks setzen und wirklich Vieles mehr, was in eine ordentliche Onpage-Optimierung gehört. Das ist reichlich Futter für weitere Artikel, würde aber in diesem echt zu weit führen.
Hier soll es einzig und allein um darum gehen, Keywords setzen zu verstehen und anschließend auch entsprechend umsetzen zu können.
Falls Ihr dazu noch Fragen habt – her damit! :-)
Sollte es Euch selbst zu hoher (Zeit-) Aufwand sein, sprecht mich an. :-)
Kontaktmail schicken
Herzliche Grüße
Sabine C. Dreßler
Brenn für das, was Du tust!

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